Die Burgruine Hohentwiel hat einen ganz besonderen Charme. Zwar ist über die Jahrhunderte nicht viel von ihrem mittelalterlichen Erscheinungsbild übrig geblieben, doch ihr malerisches Wesen ist bis heute erkennbar. Ihre Lage auf einem viele Millionen Jahre alten, grün bewachsenen Vulkanplateau, ist so abgeschieden und idyllisch wie keine andere. Viele Burg-Fans sind sich daher einig: Dieser historische Ort hat von allen Festungsruinen den märchenhaftesten, gar königlichsten Ausblick. Schließlich schauten die Bewohner von damals genauso wie die Besucher heute über weite Felder in saftigem Grün, den klaren Bodensee und auf die Gipfel der Schweizer Alpen, die in der Ferne in den Himmel emporragen und die Wolken durchbrechen – Burgromantik pur.

Die Geschichte der Festungsruine

Auf dem 686 Meter hohen Berg Hohentwiel, nordwestlich von Singen, steht eine von Deutschlands größten Festungsruinen. Die gleichnamige Burg wurde im Frühmittelalter auf einer Fläche von neun Hektar errichtet und erstmals im Jahre 915 erwähnt. Über Jahrhunderte galt die Festung auf dem Vulkankegel als strategisch bedeutsam und nahezu uneinnehmbar. Ganze fünf Mal wurde sie allein im Dreißigjährigen Krieg erfolglos belagert. Viele Elemente sind heute nur noch mit Fantasie zu erkennen. Tafeln am Burggelände geben jedoch Auskunft über Geschichte und Funktion der einzelnen Gebäude. Doch weshalb sind nur die Ruinen der Festung geblieben, wenn sie doch angeblich uneinnehmbar war?

In den Anfängen diente die Festung als Sitz der Herzöge. Später zogen nach und nach Adelsfamilien ein, bis sie zu Beginn des 16. Jahrhunderts ganz und gar in die Herrschaft der Württemberger überging. Sie wurde zur Staatsfestung ausgebaut und diente in diesem Rahmen später auch als Staatsgefängnis und Zufluchtsstätte. Im Zuge der Französischen Revolution wurde sie dadurch zur Zielscheibe. Zum Glück kapitulierten die Württemberger friedlich und übergaben die Festung an die Franzosen. Daraufhin wurde die „Schleifung“ beschlossen, also der Abriss der Burganlage. Im zweiten Weltkrieg nahmen die Überreste dann weiteren Schaden.

Naturparadies seltener Tiere und Pflanzen

Seit 1969 gehört der Berg Hohentwiel zur Stadt Singen, die Burgruine befindet sich allerdings weiterhin im Besitz Baden-Württembergs. Wer den mächtigen Berg hinauf steigt und durch das Alexandertor schreitet, wird auf der Spitze des Vulkans nicht nur mit dem Ausblick belohnt: Das Gelände, auf dem die Burg erbaut wurde, ist auch naturhistorisch sehr bedeutsam. Hier leben seltene Tier- und Pflanzenarten. Verschiedene heimische Spechtarten, Falken, Kolkraben, wunderschöne Schmetterlinge, aber auch bedrohte Bienen- und Heuschreckenarten bewohnen den Hohentwiel. Auf dem drei Kilometer langen Vulkanpfad erfahren Sie auf lehrreichen Tafeln mehr über diese biologischen und geologischen Gegebenheiten.

Burgromantik-Nachmittag in ehemaliger Vulkanlandschaft

Nehmen Sie sich doch einen Nachmittag Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang und fühlen Sie sich ein wenig wie im Märchen. Wandern Sie aus dem grünen Tal über steinige Wege nach oben zur Ruine. Lassen Sie sich dort die frische Bodenseeluft durch die Haare wehen und beobachten Sie die Tierwelt, die am Vulkan die Menschheit als Bewohner abgelöst hat. Zum Abschluss genießen Sie die Bilderbuchaussicht auf die hügeligen Felder und die kolossale Berglandschaft, die sich im Hintergrund wie durch ein Gemälde zieht. Dabei können Sie Ihrer Vorstellungskraft freien Lauf lassen: Wie hat es sich hier vor vielen Jahrhunderten im Mittelalter wohl gelebt?

Festungsruine Hohentwiel

Auf dem Hohentwiel 2a
78224 Singen

Telefon +49 7731 69178

Webseite www.festungsruine-hohentwiel.de/


Email info@festungsruine-hohentwiel.de

1. April – 15. September
Montag – Sonntag: 09:00 – 19:30 Uhr
letzter Einlasse 18:30 Uhr

16. September – 31. Oktober
Montag – Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr
letzter Einlass 17:00 Uhr

1. November – 31. März
Montag – Sonntag: 10:00 – 16:00 Uhr
letzter Einlass 15:00 Uhr

Führung finden vom 1. April bis 3. Oktober 2017 am Sonntag und an Feiertagen immer um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr statt

4,50 € Erwachsene
2,30 € Ermäßigte
11,30 € Familien

Führung
3,00 € Erwachsene (zusätzlich zum Eintritt)

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