Ein Besuch auf der Insel Reichenau ist ein Genuss für die Sinne: Um die Nase weht der herb-würzige Duft unzähliger Kräuterpflanzen, der Gaumen lässt sich mit Köstlichkeiten aus frischem Gemüse und Fisch verwöhnen, das Auge genießt den Panoramablick auf See und Berge, und die Ohren können sich in entspannender Stille erholen.

Gemüseinsel vom Bodensee

Die mit 430 Hektar Fläche größte der Bodenseeinseln ist vielen vor allem als „Gemüseinsel“ bekannt. Überdurchschnittlich viele Sonnentage und der Bodensee als Wärmespeicher und Wasserspender sind die besten Voraussetzungen für den Gemüseanbau, der nach dem Motto „Klasse statt Masse“ betrieben wird. Hauptsächlich kleine und mittlere Familienbetriebe bewirtschaften die rund 150 Hektar Freiland und 40 Hektar Gewächshäuser; jährlich verlassen rund 15.000 Tonnen Gemüse Deutschlands südlichstes Anbaugebiet. Blumenkohl, Broccoli, Fenchel, Gurken, Kohlrabi, Radieschen, Salate, Sellerie, Tomaten – die Liste der Sorten, die hier nachhaltig und umweltschonend angebaut und geerntet werden, ist lang. Ergänzt wird das kulinarische Angebot der Insel durch den Fang der rund zwei Dutzend Berufsfischer und die Ernte von rund 20 Hektar Weinanbaufläche.

UNESCO Weltkulturerbe Reichenau

Seinen Ursprung hat der Gemüseanbau übrigens in einem klösterlichen Kräutergarten: Walahfrid Strabo pflückte die ersten würzenden und heilenden Pflanzen im Benediktinerkloster, welches im Jahr 724 vom Heiligen Pirmin, einem Wandermönch, gegründet wurde. Als religiöses, kulturelles und politisches Zentrum des Frühmittelalters machte sich das Kloster weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen. Seine ursprünglich bescheidene Kirche, das heutige Münster St. Markus und Maria, wandelte sich im Laufe der Zeit zu einer prachtvollen Abteikirche. Und auch die aus dem 9. bis 11. Jahrhundert stammenden Kirchen St. Georg sowie St. Peter und Paul beeindrucken noch heute ihre Besucher. Die drei romanischen Gotteshäuser veranschaulichen die frühmittelalterliche Architektur in Mitteleuropa, und ihre Wandmalereien stellen die Insel als bedeutsames Zentrum für die europäische Kunstgeschichte des 10. und 11. Jahrhunderts dar – Grund genug für die UNESCO, die Reichenau zum Welterbe zu ernennen.

An den Wanderbischof Pirmin erinnert heute eine Statue am pappelgesäumten Zugangsdamm zur Insel – sein Vermächtnis schauen Sie sich am besten auch einmal von oben an: Der auf knapp 45 Metern gelegene Aussichtspunkt Hochwart bietet einen fantastischen Blick auf die Insel mit ihren historischen Bauten, Gemüsefeldern und Weinbergen.

Insel Reichnau


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