Wer die Nähe zur Natur und Raum für Gedanken sucht, findet im Lindenhofpark rund um die Villa Lindenhof den perfekten Ort zum Entspannen. Die Wurzeln des weitläufigen Areals am Seeufer in Bad Schachen reichen zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts: Damals wünschte sich der Lindauer Kaufmann Friedrich Gruber einen Rückzugsort im Grünen – ein Domizil mit Seeblick natürlich inklusive. Und während der junge Münchner Architekt Franz Jakob Kreuter von 1842 bis 1845 den Bau der Prachtvilla leitete, verwandelte der renommierte Gartenkünstler Maximilian Friedrich Weyhe die umliegenden Wiesen und Obstgärten in einen riesigen Landschaftsgarten. Beide leisteten hervorragende Arbeit – das beeindruckende Ensemble aus herrschaftlicher Villa und perfekt gestalteter Parkanlage fand nicht nur beim Kaufmann Gruber Gefallen, sondern wurde bald über die Stadtgrenzen hinaus berühmt. Als es schließlich 1956 aus dem Besitz der Familie Gruber an die Stadt Lindau überging, konnte der Lindenhofpark in seiner ganzen Pracht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Lindenhofpark: Oase der Ruhe

Seitdem genießen Einheimische wie Besucher den Park in all seinen Facetten – und zu allen Jahreszeiten. Im Sommer spenden die riesigen, alten Bäume wohltuenden Schatten, und das Lindenhofbad lädt ein zum erfrischenden Sprung ins kühle Nass. Picknickdecken, spielende Kinder und eine lebhafte Ausgelassenheit prägen das Bild. Ganz anders präsentiert sich das Areal im Herbst und Winter: Oft kriecht der Nebel aus dem See übers Ufer und schafft eine einzigartige Stimmung der Ruhe und Abgeschiedenheit. Gespenstisch verlassen wirkt dann die kleine Halbinsel mit dem Grab von Friedrich und Adolf Gruber, die Bogenbrücke aus den 50er Jahren liefert ein morbide-romantisches Fotomotiv. Bei klarem Wetter wiederum beeindruckt der Blick in das Rheintal und auf die österreichischen und Schweizer Berge, die bei Föhn greifbar nah scheinen.

Museum des Friedens

Lohnenswert ist ein Abstecher in die „friedens räume“ im Ostflügel der Villa Lindenhof. Durch Anfassen, Zuhören und eigene Aktivitäten können sich Besucher dort mit den Themen Frieden und Gerechtigkeit beschäftigen. Den passenden Rahmen, um zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden bietet der Lindenhofpark auf jeden Fall. Und damit dies auch noch lange der Fall sein wird, engagiert sich der „Förderverein Gartendenkmal Lindenhofpark“ mit rund 100 Mitgliedern für den Erhalt der nicht nur historisch wertvollen Anlage am Bodenseeufer. Weitere Informationen zum Förderverein finden Sie unter www.gartendenkmal-lindenhofpark.de.

Übrigens: Können Sie sich vorstellen, was der Lindenhofpark mit dem Park Sanssouci in Potsdam und dem Berliner Tiergarten gemeinsam hat? Ihre Gestalter stammten aus derselben Familie: Maximilian Friedrich Weyhe, der den Lindenhofpark erschuf, war ein Vetter von Josef Peter Lenné, der neben den genannten Parks und Gärten auch den Park von Schloss Ludwigslust, die Kaiserin-Augusta-Anlagen und den Park des Kurfürstlichen Schlosses in Koblenz gestaltete.

Lindenhofpark


88131 Lindau

Webseite www.gartendenkmal-lindenhofpark.de/

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