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Totentafel der Familie Deller, 1604

  Gegen Ende des 16. Jahrhunderts, vor allem aber im 17. Jahrhundert haben vornehme und wohlhabende Bürger für ihre Familien Gemälde als Grabdenkmäler gestiftet. An die Stelle eines Holz- und Steinkruzifix trat ein Flügelaltar mit Predella, der mit Außentüren geschlossen werden konnte.
Nur wenige solcher Grabmäler sind heute in derart gut erhaltenem Zustand überliefert, so dass die im Lindauer Stadtmuseum versammelten Totentafeln von herausragender Bedeutung sind.
Sie sind nicht nur ein wichtiges Zeugnis Lindauer Tafelmalerei, sondern sie enthalten auch ein aufschlussreiches theologisches Programm. Todesallegorien der Grabmalkunst, die Gegenüberstellung von Altem und Neuem Testament (wie die eherne Schlange als Symbol Christi und typologisches Vorbild für den Gekreuzigten) verbinden sich mit einer umfangreichen reformatorischen Bußliteratur.  


Totentafel der Familie Bertsch, um 1650


 

  Erwähnt sei in diesem Ausstellungsraum eine besondere Goldschmiedearbeit: ein Ordinationsring von 1610, der über Generationen an den jeweiligen evangelischen Pfarrer vererbt wurde. Der winzige gegossene Schmuck der beiden Symbola Taufe und Abendmahl sowie die Qualität der Ausführung lassen einen Augsburger Künstler vermuten.
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