Direkt zu:

CO2 berechnen und ausgleichen

CO2-Fußabdruck berechnen

Jeder von uns hinterlässt auf seinem Weg durch den Alltag Spuren. Manche Spuren bemerken wir direkt, wie z.B. die Abgase beim Autofahren oder der Abfall, den wir alltäglich „produzieren“. Wir hinterlassen aber auch indirekte Spuren, die wir nicht sehen. So zum Beispiel in den Produktionsländern unserer Konsumgüter, auf den Transportwegen für unsere Nahrung aber auch in der Luft, wenn wir abends noch mal den Kamin anmachen, weil das so gemütlich ist.

Eine Möglichkeit, herauszufinden, wie groß Ihre Spuren des Alltages sind, ist der sogenannte CO2-Fußabdruck. Dieser ist ein Nachhaltigkeitsindikator. Er gibt an, wie viel vom klimaschädlichen CO2 Ihr aktueller Lebensstil produziert und bietet Vergleichswerte.

Es gibt verschiedene Online-Rechner, mit denen Sie Ihren CO2-Fußabdruck ausrechnen können. Hierzu werden Daten zum persönlichen Energieverbrauch (Strom und Heizung), zum Mobilitätsverhalten (Fahrten mit Privat-Pkw, ÖPNV oder Carsharing sowie Flugdaten) und zum Lebensstil (Konsum und Ernährung) abgefragt.

In Deutschland liegt der durchschnittliche CO2-Fußabdruck bei ca. 11 Tonnen und damit ungefähr 2 Tonnen über EU-Durchschnitt.

Und wie sieht Ihr CO2-Fußabdruck aus? Finden Sie es hier heraus.

CO2 ausgleichen

Natürlich ist es am besten, ganz einfach ressourcenschonend und klimafreundlich zu leben, aber viele CO2-Emissionen lassen sich gar nicht oder nur sehr schwer vermeiden. Hier gibt es die Möglichkeit, in Projekte zu investieren, die irgendwo auf der Welt CO2 einsparen.

Diese Idee wird zwar kontrovers diskutiert, und manche bezeichnen den CO2-Ausgleich sogar als Ablasshandel. Und in der Tat gibt es unseriöse Anbieter, deren Projekte manchmal sogar mehr schaden als nutzen. Seriöse Anbieter lassen ihre Projekte nach dem Clean Development Mechanism (CDM) Gold Standard zertifizieren. Wenn man auf dieses Qualitätskriterium achtet, kann man tatsächlich etwas dafür tun, dass die Schäden, die man im Alltag verursacht hat, wieder gut gemacht werden – und das ist nun mal deutlich besser, als einfach untätig zu bleiben.

Der CO2-Ausgleich ist und bleibt also nur ein Ausgleich und ist keine Einladung zu verschwenderischem Verhalten. Auch mit einem transparenten, ehrlichen Anbieter bleibt die Kompensation lediglich eine Wiedergutmachung bereits entstandener Schäden.

Es gibt viele Anbieter für den CO2-Ausgleich, eine Liste seriöser Angebote hat die Stiftung Utopia zusammengestellt. Für Privatleute sind das: atmosfair, myclimate, KlimaKollekte und TheCompensators.

Das Lindauer Energieteam hat die Jahre 2012 und 2013 CO2-frei gemacht

Dem Lindauer Energieteam war es aber nicht genug, zu wissen, wie viel CO2 die einzelnen Mitglieder verursachen. Deshalb haben einige der Energieteam-Mitglieder nicht nur gemeinsam ihren privaten CO2-Fußabdruck für das Jahr 2012 und das Jahr 2013 ausgerechnet, sondern sie haben jeweils anschließend ihre CO2-Emissionen kompensiert.

Bild vergrößern: CO2 Fussabdrücke Engergieteam
CO2 Fussabdrücke Engergieteam

Dafür haben die Energieteam-Mitglieder das Angebot des Vereins „The Compensators*“ genutzt.  Durch diesen Verein können auch Privatleute am Emissionshandelssystem der EU teilnehmen und CO2-Zertifikate erwerben. Das Emissionshandelssystem ist einer der Eckpfeiler europäischer Klimapolitik und definiert die Höchstmenge an CO2-Emissionen für bestimmte Wirtschaftszweige. Es soll klimafreundliche Unternehmen wirtschaftlich belohnen und klimaschädlich handelnden Unternehmen finanzielle Lasten auflegen.

Jedes Energieteam-Mitglied hat die Menge an Zertifikaten gekauft, die seinem eigenen CO2-Fußabdruck entspricht. Diese Zertifikate stehen den großen Industrieunternehmen, die am Emissionshandel teilnehmen müssen, jetzt nicht mehr zur Verfügung und die entsprechende Menge an CO2 kann in der EU nun nicht mehr ausgestoßen werden.

Das Löschen der Emissionszertifikate möchte das Energieteam übrigens ausdrücklich nicht als „Ablasshandel“ verstanden wissen. Vielmehr will das Energieteam mit diesem außergewöhnlichen Schritt Aufmerksamkeit für seine Arbeit und den Klimaschutz erregen und außerdem ein Zeichen gegen den Klimawandel setzen. „Das Kompensieren kann nur an die Seite des Einsparens treten, dieses aber nicht ersetzen. Energiesparen ist und bleibt das eigentliche Ziel“ sagt Energieteamleiterin Julia Genth vom Stadtbauamt Lindau „Dennoch ist für uns jede gelöschte Tonne CO2 ein deutliches Signal für den Klimaschutz und auch für ein besseres Emissionshandelssystem“. Denn dass das Emissionshandelssystem der EU verbesserungswürdig ist, sehen auch die Energieteam-Mitglieder so.

Das Lindauer Energieteam wünscht sich viele Nachahmer, die jetzt auch ihren CO2-Fußabdruck ausrechnen. „Am meisten würde uns freuen, wenn jetzt viele nicht nur ihren CO2-Fußabdruck ausrechnen, sondern wenn sie die CO2-Emissionen auch kompensieren, so wie wir das gemacht haben“ sagt Roland Sommer, Energieteam-Mitglied und Leiter Markt der Stadtwerke Lindau „Momentan ist es nämlich ein großes Problem des Emissionshandels, dass der Preis für die Zertifikate so niedrig ist. Wenn aber in großem Maße Emissionszertifikate gelöscht werden, würden die Preise wieder steigen und die Investition in klimafreundliche Technologien wäre für Unternehmen lohnender. So würde das Kompensieren am Ende zu ganz konkreten Verbesserungen für Umwelt und Klima führen.“

Machen Sie sich auch CO2-frei!

Erster Schritt: CO2-Fußabdruck ausrechnen

Zweiter Schritt: CO2 kompensieren