Haug Am Brückele
Seit Jahrhunderten geblieben



Es ist bis heute eines der faszinierendsten Bauwerke in Lindau, doch ist über die frühe Geschichte des Hofes, der als „Haug am Brückele“ jedem in Lindau ein Begriff ist, nur wenig bekannt. Sicher ist, dass das Grundstück schon seit mehr als vier Jahrhunderten bebaut ist. Einst standen mehrere Gebäude hier, von denen aber nur Mauerreste erhalten geblieben sind. Ehrenamtlichem Engagement ist es zu verdanken, dass der Hof heute wieder intensiv genutzt wird.
Oase mit Einsturzgefahr
Das Anwesen war allerdings auch ohne Zutun ein liebgewonnenes Kleinod im Zentrum des Lindauer Stadtteils Reutin. Schon damals eines der letzten Bauernhäuser der Stadt, stellte es zwar eine grüne Oase für die Lindauerinnen und Lindauer dar, doch war es, nachdem es lange nicht mehr bewirtschaftet wurde, zunehmend dem Verfall preisgegeben. Am Ende drohte sogar Einsturzgefahr.
Zu diesem Zeitpunkt kam glücklicherweise beherztes Engagement aus der Bürgerschaft ins Spiel. Ein gemeinnütziger Verein wurde gegründet. Das Haug am Brückele sollte dem Austausch von Jung und Alt gewidmet werden. Kinder und Jugendliche sollten etwas von dem Kulturgut vergangener Zeiten erfahren können, das hier noch zu erahnen war.
Seit 2007 steht der Hof unter Denkmalschutz. Mit großem Einsatz wurde das Bauernhaus schrittweise renoviert. Solche Vorhaben sind oft mit Problemen behaftet: Im Falle des Haugs lagen keine Planunterlagen mehr vor. Die Substanz des Bauwerkes war insgesamt schlecht. Früher zum Teil unsachgemäß durchgeführte Umbaumaßnahmen machten die Ausgangslage noch schwieriger. Zumal die engagierten Helfer sich als Bautrupp auch mit Eigenleistungen einbringen wollten.
Wo einst ein Brückele übers Bächle führte
Immerhin gab es Pläne vom Katasteramt – aus dem 19. Jahrhundert! Darin verborgen lag auch der Grund für den Namen des Hofes als Haug am Brückele: Ursprünglich verlief der sogenannte Wustbach hier. In der Gegend wurden damals viele Mühlen betrieben, die über künstliche Kanäle und Bächlein mit Wasser versorgt wurden. Über eins dieser Bächlein führte dann wohl das namensgebende Brückele.
Die Anstrengungen haben sich mehr als gelohnt: Das Haug am Brückele konnte weitgehend in seiner ursprünglichen Form bewahrt werden. Das Angebot des Vereins wird gut angenommen; mehr als 150 Aktionen und Veranstaltungen pro Jahr belegen das große öffentliche Interesse. Neben den pädagogischen Inhalten für Kinder und Jugendliche ist auf dem Hof auch eine Reparaturwerkstatt zu finden. Hier können die Menschen Dinge zur Reparatur abgegeben, die man sonst vielleicht allzu leichtfertig in die Mülltonne werfen würde.
Bei aller Freude über die Belebung: Die Instandsetzung des Haug am Brückele ist noch nicht abgeschlossen. Der Förderverein ist dafür auch auf Spenden angewiesen. Mehr Informationen über die Arbeit des Vereins und das Angebot des Haug am Brückele finden Sie hier: www.haug-am-brueckele.de



