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Das Neue Schloss Tettnang gehörte den vermögenden Grafen von Montfort, welche die talentiertesten Künstler Süddeutschlands damit beauftragten, ihr Bauwerk auszustatten. Das Ergebnis ist ein Highlight der barocken Kunst in Oberschwaben, unweit von Lindau am Bodensee. Fünfzehn Minuten Autofahrt an Wasserburg und Kressbronn vorbei – und schon stehen Sie vor der gräflichen Residenz mit vier Flügeln und drei Stockwerken, die der Adel im 18. Jahrhundert pompös und prunkvoll gestalten ließ.

Kunst und Vermögen des oberschwäbischen Hochadels

Der Besuch im Neuen Schloss Tettnang ist wie eine Zeitreise: Wer den großen, von oben bis unten stuckverzierten Saal mit Treppenhaus betritt, sieht regelrecht vor sich, wie die Grafen von Montfort Vertreter des Adels zum luxuriösen Ballabend unter einem Deckengemälde empfingen. Die Feste fanden im Bachussaal statt, zwischen Familienporträts der Montforts, die noch immer an Wänden aus grauem Stuckmarmor mit roten und goldenen Verzierungen hängen. Ein besonderer Blickfang ist die Decke mit einem Fresko von Maler Andreas Brugger aus dem Jahre 1772. Zu sehen sind darauf der antike Held Herkules und sein Vater Jupiter, der oberste Gott der römischen Mythologie. Das Highlight im Festsaal ist aber die Skulptur von Bacchus, dem Gott des Weines, welcher dem Raum seinen Namen verleiht und somit zu Weinverkostungen einlud.

Fürstlicher Glanz und Schätze in jedem Raum

Vom Eingangstor über das Treppenhaus bis hin zu den Audienzzimmern und privaten Gemächern sparten die Montforts keine Gulde. Dabei musste Graf Franz Xaver von Montfort finanzielle Hilfe bei Österreich beantragen, um das Schloss nach dem großen Brand in der Mitte des 18. Jahrhunderts wieder aufzubauen. Von dem tragischen Feuer sind keine Spuren mehr zu sehen. Im „Roten Zimmer“ empfingen die Grafen wichtige Gäste zur Audienz. Die Wände sind in fürstlichem Purpur bemalt und mit feinem Stuck verziert, zum Beispiel mit kleinen Musikinstrumenten. Die Fürstenzimmer sind an Türen und Wänden mit leuchtendem Gold geschmückt, und in jedem Raum stehen Schätze vergangener Zeiten, beispielsweise ein jahrhundertealter Ofen mit vergoldeten Ornamenten.

Rokoko-Krönung aus Stuck: Die Schlosskapelle

Bei der Besichtigung des Neuen Schloss Tettnang empfehlen wir am Ende einen Gang in die Schlosskapelle: Sie ist ein Traum aus dem Rokoko. Die runde Architektur mit vielen Fenstern sorgt für eine helle, lichtdurchflutete Atmosphäre zwischen den weißen Wänden mit goldbraunen Akzenten. An der Decke prangt auch hier ein riesiges Deckenfresko, das den Tempelritter und Montfort-Schutzpatron Jean de Montfort während des sechsten Kreuzzuges zeigt. Überall in der Schlosskapelle ragen zudem Stuckfiguren aus der Wand, beispielsweise der Prophet Habakuk mit aufgeschlagenem Buch oder König David, der eine Harfe in seinen Händen hält. Im ehemaligen Schlafzimmer des Grafen erfahren Sie mehr über die Baugeschichte und die Schätze des Neuen Schlosses, wo sich heute der Informationsraum für Besucher des dreigeschossigen Anwesens mit Garten und Kapelle befindet.

Ländlicher Charme im Schlossgarten

Nicht ganz so pompös, doch auf seine eigene Weise faszinierend ist der Schlossgarten. Früher gab es hier einen Barockgarten, vermutlich mit beschnittenen Hecken und mythologischen Skulpturen. 1761 ließ dann Graf Franz Xaver die Anlage neu anlegen. Danach wurde der Schlossgarten noch mehrmals neu entworfen. Der heutige Garten wurde 1977 angelegt – mit tadellos gepflegtem Rasen, umrahmt von bunten Blumenbeeten und buschigen Bäumen neben dem Gehweg. Von hier aus haben Sie auch einen Blick auf die umliegenden Obst- und Hopfengärten der Region, die für eine ländliche Idylle sorgen.


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