Der Ring for Peace ist im Rahmen der 10. Weltversammlung 2019 in Lindau als dauerhaftes Symbol des Friedens zwischen den Religionen von Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier eröffnet worden. Der Ring steht als verbindendes Element, das nicht auf eine Religion festgelegt ist oder andere ausschließt. Der Ring spielt in vielen Weltreligionen als Symbol von Treue, Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit eine Rolle. Das Buddhistische Lebensrad, der Siegelring des Propheten Muhammad im Islam, Salomos Ring im Judentum oder Lessings Ringparabel sind nur einige Beispiele. Als „rundes Ganzes“, in sich Gleiches und Vollkommenes, symbolisiert der Ring die sich ergänzende und gegenseitig komplettierende Eigenschaft von Weltreligionen, die in ihrer Einheit die Gesamtheit des Bewusstseins abbilden.

Die Gestaltung des Ring for Peace

Die Skulptur ist 7,5 m hoch, aus Lärchenholz, in das ihr Schöpfer Gisbert Baarmann 36 Hölzer aus aller Welt und aus zertifiziertem Anbau integriert hat. Der Ring als „rundes Ganzes“, „gleich und absolut an sich“ symbolisiert nach dem Verständnis der Weltversammlung die „komplementäre und sich gegenseitig vervollständigende Natur der Weltreligionen, deren Einheit die Gesamtheit des Bewusstseins verkörpert“.

So wie Sie ihn hier sehen, ist der Ring ein Geschenk der „Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft“, die das Treffen der Weltversammlung in Lindau ausgerichtet hat, an die Stadt Lindau. Während ihrer Tagung hier im August 2019 war eines der zentralen Themen die Verbesserung des Schutzes religiöser Stätten – ein Ziel, das die Massaker von Christchurch/Neuseeland (eines Christen auf eine Moschee im März 2019, 51 Tote) und Sri Lanka (vermutlich Racheakt von Muslimen an Christen im April 2019, mehr als 300 Tote) dringlich machen; in Deutschland verstärkt durch das Beinahe-Massaker in der Synagoge in Halle/Saale Anfang Oktober 2019.

Das Memorandum zum Schutz religiöser Stätten wurde Ende September 2019 bei der UN-Vollversammlung eingebracht samt der Idee, den Ring for Peace als Symbol dafür zu nutzen – eventuell als Miniausgabe des Großformats hier auf der Hinteren Insel. Sie könnte an den religiösen Stätten weltweit einerseits als Kennzeichnung angebracht werden, andererseits ein Bewusstsein in der Bevölkerung für die Schutzwürdigkeit solcher Stätten schaffen. Fernziel wäre, dass dieses Schutzzeichen im Laufe der Zeit eine ähnliche Funktion wie das Rote Kreuz oder der Rote Halbmond
erhält.

Die Zeremonie und die Botschaft

Zur Eröffnung der Weltversammlung fand in Lindau am Ring for Peace eine interreligiöse und spirituelle Zeremonie mit allen Delegierten und vielen Gästen auf der Insel im Luitpold-Park statt. Von diesem Ort ging ein Friedensgruß der Religionen in alle Welt. Der Ring steht dort nun dauerhaft und wird auch 2021 im Rahmen der 1st Assembly on Women, Faith and Diplomacyein Ort für eine interreligiöse Zeremonie sein.