Die neue Kabinettausstellung „Magnete, Luft und Kosmos“ in der Ehemals Reichsstädtischen Bibliothek (ERB) erzählt von den Anfängen der Naturbefragung durch das Experiment und dem Aufbruch der Physik zu neuen wissenschaftlichen Ufern.

Drei Werke – viele Geschichten

Gilberts Buch über Magnetismus aus dem Jahr 1600 gilt als die Geburtsurkunde der experimentellen Naturbeobachtung, Otto von Guerickes berühmtes Experiment mit den „Magdeburger Halbkugeln“ vor dem Kaiser machte dem „Horror Vacui“, dem Glauben an die Unmöglichkeit des Vakuums, nach 2000 Jahren öffentlich den Garaus und Keplers konsequent auf Beobachtungsdaten gegründete „Astronomia Nova“ (neue Astronomie) trug entscheidend zur Verbreitung des neuen kopernikanischen Weltbildes bei, in welchem die Erde um die Sonne kreist. Um diese drei Werke herum erzählt die Ausstellung mit etlichen weiteren Erstausgaben und wertvollen Büchern der ERB aus dem 16. und 17. Jahrhundert Geschichten von der Geburt der modernen Naturwissenschaften.

Prof. Dr. Burkhard Kümmerer von der TU Darmstadt hat zusammen mit ERB-Leiter Markus Breitwieser aus den Schätzen der ERB diese Meilensteine am Weg der Naturwissenschaften von der Spekulation zur wissenschaftlichen Beobachtung herausgesucht und ausgestellt.

Die Ausstellung in den Räumen der ERB ist vom 29. Juni bis 20. Oktober 2019 jeweils mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

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Hier erfolgte die philosophische Grundlegung des neuen Denkens: Titelblatt von Francis Bacons Novum Organum Scientiarum. Das Schiff der Wissenschaft segelt durch die Säulen des Hercules hinaus auf den Ozean des Wissens. (Foto: ERB)