Herlinde Koelbl zeigt ihre Ausstellung “Faszination Wissenschaft” auf der Gartenschau in Lindau am Bodensee

Sie ist Künstlerin und Chronistin, Filmemacherin und Geschichtenerzählerin: Mit ihrer Kamera blickt sie den Menschen tief in die Seele. Herlinde Koelbl zählt zu den renommiertesten deutschen Fotokünstlerinnen. Jetzt zeigt die gebürtige Lindauerin, deren Bilder auf der ganzen Welt zu sehen sind, ihr aktuelles Projekt „Faszination Wissenschaft“ in Lindau auf dem Gelände der Gartenschau, die am 20. Mai 2021 eröffnet wird. Die Ausstellung wird bis zum 26. September 2021 zu sehen sein.

Die Gesichter der Wissenschaft

Neugierig und hartnäckig, wie es ihre Art ist, hat sich die Fotokünstlerin in den vergangenen Jahren dem Thema „Wissenschaft“ gewidmet. Sie hat 60 Spitzenforscherinnen und -forscher fotografiert, interviewt und gefilmt. Entstanden ist ein faszinierendes Werk, quasi ein Loblied an die Wissenschaft und an die Kunst – gleichzeitig aber eine ganz besondere Liebeserklärung an Menschen, die sich einer Idee ganz und gar hingeben, mit Leidenschaft und Energie.

Das Konzept: Herlinde Koelbl zeigt die Gesichter, die hinter den preisgekrönten Formeln stehen. Sie bat die 60 WissenschaftlerInnen, die Essenz ihrer Forschung auf die Innenseite der Hand zu schreiben. Die Bilder, die sie so kreierte, sind berührende, faszinierende, beeindruckende Porträts von den klügsten Köpfen unserer Zeit. Nahbar werden die NaturwissenschaftlerInnen und NobelpreisträgerInnen aber auch dank der spannenden Interviews, die Koelbl führt. Und egal, ob sie ihr Gegenüber durch die Linse der Kamera sieht oder im Gespräch in deren Welt eintaucht: Herlinde Koelbl bleibt immer auf Augenhöhe und schafft die Möglichkeit, die erfolgreichen ForscherInnen als Menschen zu entdecken, die unter anderem auch durch Scheitern zum Erfolg kommen, oder eben als Menschen, die Großes schaffen, so, wie der Chemieprofessor David Avnir, der begeistert sagt: „Nach einem erfolgreichen Tag haben sie vielleicht die Welt verändert.“

Herlinde Koelbl
Herlinde Koelbl © Johannes Rodach

Lindauer Wurzeln – weltweites Wirken

Auf der ganzen Welt sind die Werke der Künstlerin, die in München lebt, zu sehen. Für ihre bekannteste Studie „Spuren der Macht“ fotografierte und interviewte sie Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihre Wurzeln aber hat Herlinde Koelbl in Lindau, hier ist sie geboren, hier hat sie die ersten Jahre Ihres Lebens verbracht. 2010 zeichnete ihre Heimatstadt sie mit dem Lindauer Kulturpreis aus.

Für die Lindauer Gartenschau hat die Künstlerin ihre Ausstellung „Faszination Wissenschaft“ in Zusammenarbeit mit dem Lindauer Kulturamt noch einmal neu
konzipiert, so dass die großartigen schwarz-weiß Porträts auf dem Freigelände auf der Hinteren Insel stehen können. Von den 60 WissenschaftlerInnen, die im Knesebeck-Verlag erschienenen Buch porträtiert sind, zeigt die Lindauer Schau 36 ForscherInnen. Herlinde Koelbl freut sich auf die Präsentation: „Lindau ist die Stadt, in der sich die Nobelpreisträger treffen, die ich in der ganzen Welt besucht habe. Dieses Jahr können sie nicht persönlich kommen, doch ihre Porträts, ihre Ideen und ihre Weisheit kommen durch diese Ausstellung dennoch nach Lindau.“

Nach ihrer Premieren-Ausstellung in Berlin ist die Künstlerin nun selbst sehr gespannt, wie die Werke erstmals unter freiem Himmel wirken: „Forscher müssen ja geistig sehr beweglich sein, um Neues zu entdecken, und so sehe ich dieses als Experiment auch für mich, als Möglichkeit, Menschen flanierend in der Natur mit Wissenschaft in Verbindung zu bringen, die Menschen also auch etwas Neues entdecken zu lassen. Natur, Kunst und Wissenschaft, das ist doch eine besondere Verbindung. Ich bin neugierig wie die Besucher reagieren, die auf Blumen eingestellt sind und dann diese beeindruckenden Persönlichkeiten sehen, vielleicht entdecken junge Menschen darin Vorbilder und begeistern sich für die Wissenschaft.“

 

Titelbild: Stefanie Bernhard-Lentz

 

Alle Informationen wie Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Gartenschau Lindau finden Sie hier.