Am Samstag, 21. März 2026, war die Lindau Tourismus und Kongress GmbH (LTK) Gastgeberin des Bodensee-Gästeführertags 2026 in der Inselhalle Lindau. Über einhundert Gästeführer und Reiseleiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen nach Lindau, um sich auszutauschen, aktuelle Entwicklungen im Tourismus kennenzulernen, neue digitale Hilfen für ihre Arbeit zu entdecken und Lindau vor Ort zu erleben. Damit kehrte die Veranstaltung an den Ort zurück, an dem sie vor 12 Jahren ihren Ursprung hatte.
Schon beim Empfang in der Inselhalle war die Freude über das Wiedersehen vieler Teilnehmer spürbar. Mit der Begrüßung durch Alexandra Bahner, zuständig für den Bereich Stadtführungen bei der LTK, begann ein Programm, das den Blick zugleich zurück und nach vorn richtete.

Katja Evers, Leiterin der Tourist-Information Lindau, stellte die touristische Entwicklung der Inselstadt vor und gab Einblicke in die Aufgaben und Arbeitsfelder der LTK. Dabei wurde deutlich, wie sich die touristische Arbeit in den vergangenen Jahren verändert und erweitert hat. Mit der Vorstellung von Bodensee Trips & Tours (BTT) rückte die LTK einen Bereich in den Fokus, der heute fest zur Arbeit mit Gruppen und Reiseveranstaltern gehört. Die 2018 gegründete Incoming-Agentur entwickelt und organisiert Programme für Gruppen, bündelt touristische Angebote und ist Ansprechpartner für Reiseveranstalter, die die Bodenseeregion in ihre Reisen aufnehmen möchten. Für die Anwesenden war es spannend zu sehen, wie sich aus der einstigen Gastgeberrolle Lindaus ein umfangreiches Incoming-Angebot mit direkter Ansprache an Veranstalter entwickelt hat.

Anschließend weitete sich der Blick auf die gesamte Region. Ute Stegmann, Geschäftsführerin der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT), stellte die Aufgaben und Arbeitsweise der Destinations- und Marketingorganisation vor und erläuterte, wie Themen und Angebote am Bodensee gebündelt und weiterentwickelt werden. Britta Mangold, bei der DBT zuständig für die Aus- und Weiterbildung der Gästeführerinnen und Gästeführer, knüpfte daran an und gab einen Einblick in die verschiedenen Module der Gästeführerausbildung der Marke „Echt Bodensee“. Dabei wurde deutlich, dass Gästeführer und Reiseleiter am Bodensee ein wichtiger Bestandteil im touristischen Angebot der Region für nationale und internationale Gäste sind.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Vormittags war die Digitalisierung in der Gästeführung. Vorgestellt wurde zunächst die zeigmal App, die digitale Zugänge zu Orten und Inhalten eröffnet. Anschließend wurde mit der Elysium App ein Werkzeug präsentiert, das Live-Übersetzungen ermöglicht und damit vor allem für internationale Gruppen neue Möglichkeiten schafft. Beide Vorträge griffen Entwicklungen auf, die den Berufsalltag vieler Teilnehmer bereits heute berühren. Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Technik als Selbstzweck, sondern ihr praktischer Nutzen: Informationen lassen sich einfacher vermitteln, Sprachbarrieren abbauen und Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen zugänglicher machen. Viele Gästeführer sehen darin eine Chance, internationale Gäste besser zu erreichen und zugleich ihren eigenen Erzählstil zu bewahren.

Mit dem Jubiläum „75 Jahre Lindauer Nobelpreisträgertagungen“ öffnete Nikolaus Turner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen, den Blick auf ein Thema, welches die Inselstadt Lindau weit über die Region hinaus prägt. Er spannte dabei den Bogen zur Insel Mainau und zum Wissenspfad, der mit einem Außenstandort sogar bis dorthin reicht. So entstand ein Eindruck von der besonderen Atmosphäre, die die Tagungswoche in Lindau jedes Jahr begleitet.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Eilguthalle verlagerte sich der Bodensee-Gästeführertag in die Stadt. Damit wechselte auch die Perspektive: Vom Zuhören zum Erleben. In historischen Stadtführungen lernten die Teilnehmer Lindau noch aus dem Blickwinkel ihrer Gäste kennen. Wege, Plätze, Fassaden und Geschichten wurden vor Ort erfahrbar und verbanden Stadtgeschichte mit Geschichten von Menschen vor Ort. Einblicke in die Kaffeerösterei Hensler machten handwerkliche Qualität nicht nur riech-, sondern auch schmeckbar. Der neue Cavazzen mit seinen musealen Angeboten zeigte, wie Lindau sein kulturelles Erbe hochwertig und multimedial präsentiert. Der Besuch in der Bayerischen Spielbank Lindau bot einen Blick hinter die Kulissen eines weiteren touristischen Bausteins der Stadt. Jede dieser Stationen eröffnete einen eigenen Zugang zu Lindau und machte deutlich, wie vielfältig sich die Stadt vermitteln lässt: kulturhistorisch, genussorientiert oder als Ort mit ganz besonderer Atmosphäre.

Den Ausklang bildete ein Beisammensein im Restaurant ONU VINO, bei dem der fachliche Austausch in informeller Atmosphäre weiterging und die Insel Reichenau als nächste Gastgeberin bekannt gegeben wurde.

Die Rückmeldungen zum Tag fielen durchweg positiv aus. Besonders geschätzt wurden die inhaltliche Vielfalt, der kollegiale Austausch und die Verbindung von Fachprogramm und Führungen vor Ort.

 


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