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04.05.2018

Wir finden für jedes Kind einen Betreuungsplatz

Hauptausschuss hat im Juli 2017 das Aufnahmeverfahren der Stadt einstimmig bestätigt

Immer im April werden der Abteilung für Kinder, Jugend, Sport der Stadt Lindau die Zahlen der angemeldeten Kinder für die insgesamt 19 Kinder-Betreuungseinrichtungen gemeldet. 210 Kindergartenkinder und 141 Krippenkinder wurden in diesem Jahr in Lindau angemeldet.

„Eigentlich haben wir das ganze Jahr einen Überblick über die wahrscheinlichen Anmeldezahlen in den Betreuungseinrichtungen“, erklärt Beate Zanker, Leiterin der Abteilung Kinder, Jugend Sport. Aber erst Ende April, wenn die Einschulungstermine vorbei sind, hat man einen konkreten Überblick über die freiwerdenden Kindergartenplätze.  Die Stadt Lindau benutzt dazu das Onlineprogramm NUPIAN, bei dem die Einrichtungsleitungen der verschiedenen Kinderbetreuungseinrichtungen alle angemeldeten Kinder in eine zentrale Warteliste eingeben. Erst letztes Jahr hat der Hauptausschuss einstimmig die Beibehaltung dieses Verfahrens beschlossen, nachdem die JA einen Antrag gestellt hatte, ein Online-Anmeldeverfahren für Eltern einzuführen. „Für einige Eltern“, sagt Beate Zanker, „wäre dieses Verfahren vielleicht kundenfreundlicher. Allerdings ist auch ein Online-Programm nicht für eine langfristige Bedarfsplanung geeignet." Nach Rücksprache mit anderen Städten, in denen solche Programme angewendet werden, wurde auf hohe Fehlerquoten bei der Eingabe der Daten durch die Eltern und Mehrfachanmeldungen hingewiesen. Auch eine Umfrage bei allen Lindauer Kinderbetreuungseinrichtungen hat ergeben, dass das jetzige Anmeldefahren weitergeführt werden soll.

Durch das jetzige Verfahren mittels NUPIAN hat die Stadt eine zentral geführte Warteliste und einen Überblick über alle Kinder, die einen Betreuungsplatz benötigen. Doppel- oder Mehrfachanmeldungen werden sofort registriert. Die Eingabe der Daten der Kinder durch die Einrichtungsleitungen ist von Vorteil, da die Daten komplett vorliegen und nicht unvollständige Angaben gemacht werden können. Außerdem macht auch ein Online-Programm den Besuch zur Anmeldung in der Kindertagesstätte nicht überflüssig: „Die Einrichtungsleitungen wollen die Eltern und die Kinder kennenlernen“, so Beate Zanker. Ebenso würden sich die Eltern gerne persönlich ein Bild von Einrichtung und Personal machen.

Wenn die Anmeldungen eingegangen sind und die freien Kindergartenplätze feststehen, werden bei einem gemeinsamen Treffen mit den Leitern der Betreuungseinrichtungen die Listen mit den angemeldeten Kindern abgeglichen. Bei der Vergabe der Plätze wird in der Regel nach dem Alter der Kinder und nach dem sozialen Bedarf entschieden. Das heißt, Kinder mit berufstätigen und alleinerziehenden Eltern haben Vorrang. Grundsätzlich haben Kinder vom ersten Geburtstag bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tagesbetreuungseinrichtung. „Allerdings besteht kein Rechtsanspruch auf einen Platz in der Wunscheinrichtung“, erklärt Beate Zanker. So mussten in diesem Jahr 11 Absagen an Eltern erteilt werden, deren Kinder nicht in der Wunscheinrichtung unter gekommen sind. „Mit diesen Eltern reden wir jetzt und versuchen die Kinder in anderen Einrichtungen unterzubringen, denn dort haben wir noch freie Plätze“, so Beate Zanker. Auf der Warteliste stehen aber noch andere Kinder, beispielsweise aus Bodolz und Wasserburg, Kinder die erst im Laufe der Jahres nach Lindau ziehen, oder Eltern die einen Kindergartenplatz haben, aber in eine andere Einrichtung möchten. Da die Warteliste immer nur eine Momentaufnahme ist, haben auch diese Kinder noch Chancen, nachzurücken. Von den 141 angemeldeten Krippenkindern konnten 110 gleich versorgt werden. 12 Kindern brauchen erst ab Januar 2019 einen Platz, zwei Kinder kommen von außerhalb. „Wir müssen noch 17 Kinder unterbringen“ sagt Beate Zanker und ist sehr zuversichtlich. Denn die 17 Kinder haben zwar keinen Platz in der Wunscheinrichtung bekommen können, aber in anderen Einrichtungen untergebracht werden, beispielsweise in einer drei Großtagespflegen, wo zwei Tagesmütter Kinder in kleinen Gruppen betreuen. „Gerade im Bereich der Krippenkinder tut sich im laufenden Jahr sehr viel“, sagt Beate Zanker, denn nicht alle Kinder, die gleich nach der Geburt für das erste Lebensjahr angemeldet werden, brauchen dann auch tatsächlich einen Platz“. Sehr oft würden sich Mütter anders entscheiden und ihre Kinder doch selber beaufsichtigen oder in die Obhut von Oma und Opa geben, was eine Planung sehr schwierig macht.

Auch wenn die Situation in diesem Jahr entspannt aussieht, muss wegen der neuen Bebauungsgebiete, den damit verbundenen Zuzügen und der unsicheren Entwicklung  der Flüchtlingszahlen muss davon ausgegangen werden, dass in Zukunft die Anzahl der Plätze erhöht werden muss. So sind im Oberen Rothenmoos und auf dem ehemaligen Cofely Gelände jeweils der Bau einer Kindertagesstätte vorgesehen.

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