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Oscar von Stobäus

(* am 23. Dezember 1830 in Nördlingen, gestorben 80-jährig in München)

- Lindaus erster rechtskundiger Bürgermeister -

Der geheime Hofrat Oscar Ritter v. Stobäus wurde am 23. Dezember 1830 in Nördlingen geboren und studierte nach seinem Abitur Rechtswissenschaften. Seine ersten praktischen juristischen Kenntnisse machte er 1853 nach seinem Referendarexamen beim Königlich Bayerischen Landgericht in Weiden.

In Lindau bewarb er sich als Rechtsrat, damals "rechtskundiger Funktionär" genannt und wurde angestellt. Drei Jahre später wurde der junge Magistratsrat von den Gemeindebevollmächtigten zu ihrem Bürgermeister gewählt, dem ersten rechtskundigern Stadtoberhaupt in der Geschichte Lindaus.

Er sorgte in zahlreichen städtischen Bereichen für frischen Wind. Mit besonderem Elan nahm er sich des Schulwesens an. Er brachte den für Lindau so wichtigen Getreidehandel in Schwung und führte die Gasbeleuchtung ein. Zudem bemühte er sich auch um die Mehrung des städtischen Hausbesitzes.

Obwohl manche Bürger nicht gerne sahen, dass mit dem Vermögen der Stadt auch die Schulden wuchsen, waren sie so zufrieden, dass Stobäus am 30. Juni 1868 zu Ehrenbürger ernannt wurde.

Einige Tage danach trat Stobäus das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Regensburg an, wo er nicht weniger als 35 Jahre ebenfalls sehr segensreich wirkte. In seinem Ruhestand zog es ihn wieder an den See und er verbrachte einen Teil seines Lebensabends im Haus Friedhelm in Lindau. Mit über 80 Jahren verstarb er in München, wo er auf dem Waldfriedhof beigesetzt ist.