Ehemals Reichsstädtische Bibliothek
17. April bis 13. Oktober 2024 jeweils Mittwoch bis Sonntag von 14:00 – 18:00 Uhr

Räume des Alten Rathaus sind nicht öffentlich zugänglich

 


frei
Spenden willkommen

600 Jahre „Altes Rathaus“

1422 wurde das Alte Rathaus mit seiner farbenfrohen Fassade errichtet. 14 Jahre lang dauerten die Arbeiten an dem eindrucksvollen Gebäude, das wenige Jahrzehnte später seinen ersten großen historischen Moment erlebte: Maximilian I. berief 1496 zum Reichstag in den holzgetäfelten Ratssaal ein. Das einmal der Reichstag nach Lindau kommen würde, davon hätte die kleine Inselstadt nicht zu träumen gewagt! Vom Reichstag und noch von vielem mehr erzählt die bemalte Außenfassade des Rathauses.

Das Alte Rathaus in der Maximilianstraße

So mancher wünscht sich, dass alte Häuser erzählen könnten – von all den Dingen, die ihre Fenster gesehen und die Räume erlebt haben. Lindau hat ein solches Gebäude: das Alte Rathaus in der Maximilianstraße. Prächtig, stolz und farbenfroh steht es im Herzen der Insel, seine große Holztreppe einladend in Richtung Bismarckplatz gewandt – als fordere es Sie geradezu auf, an und in ihm ein Stück Lindauer Geschichte zu entdecken. Errichtet wurde das Alte Rathaus ab 1422 im gotischen Stil – 14 Jahre lang dauerten die Arbeiten an dem eindrucksvollen Bau. Schon wenige Jahrzehnte später erlebte das Gebäude einen seiner vielen historischen Momente: Maximilian I. berief 1496 zum Reichstag in den holzgetäfelten Ratssaal ein.

Kinderfest findet vor Altem Rathaus statt

Im Juli 1655 fand zum ersten Mal das Lindauer Kinderfest am Alten Rathaus statt – die Grundsteinlegung für eine wunderbare Tradition, die auch heute noch Bestand hat: Festlich gekleidete Mädchen und Jungen aus dem gesamten Stadtgebiet ziehen mit Fahnen und Musik zum Alten Rathaus, um Lindau hochleben zu lassen. Neben den Butschellen, einem traditionellen Süßgebäck, bekommen die Kinder auch Gutscheine für das anschließend stattfindende Volksfest geschenkt – und jedes Jahr scheint es, als strahle das ehrwürdige Rathaus dabei mit den Mädchen und Jungen um die Wette.

Umstrittene farbenfrohe Fassade

Deutlich weniger harmonisch ging es um 1930 zu, als die Fassade des Gebäudes neu gestaltet werden sollte. Jahrelang gab es Diskussionen um die Finanzierung und die gewünschten Motive, und als der Künstler Wilhelm Nida-Rümelin letztendlich sein Werk vollendet hatte, kam es zum Eklat: Neben Landwirten, Fischern, einem Seeungeheuer und den traditionellen Lindenbäumen hatte Nida-Rümelin auch einen Totentanz abgebildet: der Kampf zwischen Himmel und Erde – symbolisiert durch ein Skelett und eine junge, nackte Frau! Eine derart auffällige Zurschaustellung von Erotik sei unvertretbar, befand die Bayerische Volkspartei, und forderte die sofortige Entfernung der Bemalung.

Ehemals Reichsstädtische Bibliothek in Lindau

Ob dieser Appell erfolgreich war? Schauen Sie doch einfach einmal nach! Und vergessen Sie die Rückseite des Gebäudes nicht: In Südrichtung finden Sie neben weiteren Bilderfriesen und einer historischen Sonnenuhr auch den Eingang zur Ehemals Reichsstädtischen Bibliothek (ERB). Und falls Sie sich fragen, was es wohl mit dem „Verkünder-Erker“ am Alten Rathaus auf sich hat, haben wir hier die Antwort: Vom Verkünder-Erker aus informierten zu früheren Zeiten die Stadtoberen ihre Bürger über Beschlüsse und neue Verordnungen. Und noch heute erinnert der Erker an die christlichen Grundwerte: Auf seinen Bildflächen sind die Zehn Gebote dargestellt.

Die Räume des Alten Rathauses werden für Sitzungen des Stadtrates und der Ausschüsse sowie für Empfänge noch immer regelmäßig genutzt. Für die Öffentlichkeit sind sie leider nicht zugänglich.


Öffnungszeiten

Ehemals Reichsstädtische Bibliothek
17. April bis 13. Oktober 2024 jeweils Mittwoch bis Sonntag von 14:00 – 18:00 Uhr

Räume des Alten Rathaus sind nicht öffentlich zugänglich

 


Eintritt

frei
Spenden willkommen