ECHT BODENSEE CARD für Lindau

Presseinformation 12.07.2019:

Am Mittwochabend haben die Lindauer Vermieter, Hoteliers und Touristiker über eine Einführung der regionsübergreifenden Gästekarte ab 2021 diskutiert.

Nach der Einführung eines neuen, dann verpflichtenden elektronischen Meldewesens im kommenden Jahr macht sich die Lindau Tourismus und Kongress GmbH (LTK) für die Einführung der ECHT BODENSEE CARD (EBC) stark. Lindauer Gäste sollen ab 2021 kostenlos Bus und Bahn fahren können, so der Wunsch der Lindauer Touristiker. Sie sehen in der EBC ein entscheidendes Instrument, um die Verkehrssituation am See zu entlasten und konkurrenzfähig zu bleiben. Um Hoteliers und Vermieter von der Notwendigkeit der Einführung zu überzeugen, lud sie die LTK am Mittwochabend, 10. Juli, dazu ein, sich im Rahmen eines Workshops mit der Gästekarte auseinanderzusetzen. Neben LTK-Geschäftsführer Carsten Holz und Ute Stegmann, Geschäftsführerin der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT), standen auch Hoteliers aus EBC-Gemeinden Rede und Antwort. Moderiert wurde der Abend von der Lindauer Prozessberaterin Ruth Beilharz.

In den vergangenen Jahren wurde am Bodensee über die EBC heiß diskutiert. Und es hat sich viel getan. Neun Gemeinden sind mittlerweile dabei. Zudem wurde die anfänglich als Chipkarten-Version geplante Karte auf eine Papierlösung umgestellt. Auf Gäste warten mit der EBC heute Rabatte oder kleine Geschenke bei 175 Partnerbetrieben. Aber vor allem – und das ist ihr alles entscheidender Vorteil – gilt sie als kostenloser Fahrschein im gesamten Bus- und Bahnnetz des Bodo-Verbunds.

LTK will Lindauer Hoteliers und Vermieter von der Notwendigkeit der EBC überzeugen
2021 soll die ECHT BODENSEE CARD auch für Lindau kommen, so lautet der Wunsch der LTK – und sie hat dafür schlagkräftige Argumente. Welche das sind, stellte Geschäftsführer Carsten Holz rund 40 interessierten Hoteliers und Vermietern in der Inselhalle vor. Ganz oben auf der Liste steht die EBC als wirksames Mittel, um den Individualverkehr am See zu reduzieren und die Parksituation zu entlasten. Beide Themen würden bekanntermaßen im Hochsommer bei Urlaubern, trotz der Schönheit der Region, immer wieder zu Frust führen und mit der Landesgartenschau 2021 verstärkt an Wichtigkeit gewinnen. „Stressfrei von A nach B zu kommen, ist das Ziel“, so Holz. Des Weiteren wäre die EBC ein überzeugendes Mittel zur Förderung einer nachhaltigen, klimafreundlichen Fortbewegung und diene der Aufrechterhaltung der Lebensqualität in Lindau. Mit der Elektrifizierung der Südbahnstrecke werde die Stadt darüber hinaus zu einem essentiellen Bahnknoten in der Region und damit prädestiniert für eine autofreie Anreise, erklärt der LTK-Geschäftsführer.

Spürbare Effekte: Die EBC stößt bei Gästen auf Begeisterung
Dass der Gast die ECHT BODENSEE CARD will, berichten auch die beiden zu dem Abend eingeladenen Gastgeber aus bereits beigetretenen EBC-Gemeinden – Silvia Göppinger aus dem Hotel Schwedi in Langenargen und Marco Dikreuter vom Gästehaus Bodensee in Immenstaad. Ihre Erfahrung zeigt, dass die Karte bei den Gästen zu einer echten Verhaltensänderung führt. Zahlreiche Stammgäste würden die EBC begeistert nutzen und auf ihre Anreise per Auto verzichten. Sogar von Bushaltestellen weiter entfernte Hotelbetriebe profitieren, wider Erwarten, von der Karte, erzählte Dikreuter. Die Erhöhung des Kurbeitrags würde dabei von den Gästen kaum moniert, und auch die Umsetzung im Betrieb sei problemlos, sind sich beide Touristiker einig.

Grenzfälle und Wettbewerbsvorteile
Besonders bemerkbar macht sich der Wunsch der Gäste nach der EBC auch bei der Villa Alwind. Sie steht seit der Einführung der ECHT BODENSEE CARD in Wasserburg vor einem Sonderfall, denn ein Teil ihrer Zimmer liegt auf Wasserburger Gebiet, der andere in Lindau –ohne EBC. Die Betreiber stehen seitdem vor dem Problem, dass viele Urlauber nicht mehr im Lindauer Teil übernachten möchten und sie sich regelmäßig enttäuschten Gästen erklären müssen, wenn diese bemerken, dass sie weiterhin für die ÖPNV-Nutzung in der Region zahlen müssen, während ihre Angehörigen, die im Wasserburger Teil übernachten, kostenlos fahren können. Einen ähnlichen Effekt beobachten die Mitarbeiter in der Tourist-Information in Lindau, die schon jetzt regelmäßig nach der EBC gefragt werden und ebenso bereits Buchungsabwanderungen beobachten mussten. „Wenn wir ehrlich sind, reden wir bei der Einführung der EBC also nicht von einem möglichen Wettbewerbsvorteil, sondern einem potenziellen Nachteil, wenn wir es nicht tun“, fasst LTK-Geschäftsführer Carsten Holz die Situation zusammen.

Fazit und Ausblick: die EBC in Lindau
Bei den Hoteliers und Vermietern blieb die Meinung zur ECHT BODENSEE CARD trotz vieler überzeugender Argumente vorerst geteilt. Ihren Wunsch, dass die EBC auch die freie Fahrt in Vorarlberg und der Schweiz ermöglichen sollte, nahm DBT-Geschäftsführerin Ute Stegmann gerne auf und versprach, sich diesbezüglich verstärkt um Gespräche zu bemühen, auch wenn sie nichts versprechen könne. Klar sei aber, dass sich mit Lindaus Teilnahme an der ECHT BODENSEE CARD ihre Verhandlungsposition wesentlich stärken würde – denn dadurch würde die Anzahl der hinter der EBC stehenden Übernachtungen von derzeit rund einer auf über zwei Millionen verdoppelt. Was Lindau betrifft, so will die LTK die Lindauer Gästekarte Anfang 2021 mit der EBC ablösen. Im nächsten Schritt werden Finanzierungsmodelle erarbeitet und letztendlich dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. (5.279 Zeichen)

Pressekontakt
Lindau Tourismus und Kongress GmbH
Magdalena Roß
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E-Mail: magdalena.ross@lindau-tourismus.de
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